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Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert Rückkehr zu BtM-Gesetz

Marcus Werner
Marcus Werner

Veröffentlicht am 26. August 2025


Aktualisiert am 26. August 2025


🕒 3 Min. Lesezeit


Legalisierung
Politik
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert Rückkehr zu BtM-Gesetz

Ärztepräsident Klaus Reinhardt: Cannabis soll wieder ins BtM-Gesetz aufgenommen werden

Foto: Die Hoffotografen / Bundesärztekammer

Die Bundesregierung will den Zugang zu Medizinalcannabis einschränken. Ärztepräsident Klaus Reinhardt begrüßt den Kurs - und fordert die Rückkehr ins Betäubungsmittelgesetz. Aus Sicht der SPD bleibt die Diskussion offen.

Kritik am liberalen Umgang mit Cannabis auf Rezept

Nach dem Willen der Bundesregierung soll Medizinisches Cannabis künftig nur noch nach einem persönlichen Arztgespräch verschrieben werden. Fernverschreibungen über Online-Plattformen sollen enden. Auch der Versand über Apotheken ist nicht mehr vorgesehen. Medizinalcannabis soll nur noch direkt vor Ort ausgegeben werden.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, unterstützt diesen Kurs. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Die psychoaktive Wirkung von Cannabis, das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit sowie die fehlende Zulassung für konkrete Anwendungsgebiete verlangen eine individuelle, sorgfältige ärztliche Aufklärung – die nur im persönlichen Gespräch möglich ist.“

Klaus Reinhardt: „Die Herausnahme war ein Fehler“

Klaus Reinhardt kritisiert zudem die Entscheidung, Medizinalcannabis im Zuge der Teillegalisierung aus dem Betäubungsmittelgesetz zu streichen. „Das war ein Fehler“, so der Ärztepräsident. Er fordert eine Rücknahme dieser Regelung. Nur so lasse sich die Therapiesicherheit erhöhen und Missbrauch, insbesondere durch Fernverschreibungen, wirksam eindämmen.

Der Vorschlag: Medizinalcannabis soll wieder unter die strengen BtM-Regeln fallen – vergleichbar mit Opioiden oder Benzodiazepinen.

SPD mahnt zu Augenmaß

Der Koalitionspartner SPD reagiert zurückhaltender. Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sieht in der wachsenden Zahl privater Cannabisverschreibungen ein Risiko für die Patientensicherheit. Gleichzeitig betont er, die Versorgung schwer erkrankter Menschen müsse gesichert bleiben. Ziel der SPD sei es, mit Augenmaß vorzugehen.

Importe steigen, Verordnungen stagnieren

Das Bundesgesundheitsministerium begründet die Reform mit einem massiven Anstieg des Medizinalcannabis-Imports. Zwischen dem ersten und zweiten Halbjahr 2024 legten die Zahlen um 170 Prozent zu – während die Kassenverordnungen nur um neun Prozent wuchsen.

Für Ministerin Warken ein klarer Hinweis auf systematischen Missbrauch. Viele Nutzer greifen offenbar auf Online-Plattformen zurück, um Cannabis ohne medizinische Notwendigkeit zu erwerben. Sie setzt sich ebenfalls für ein Verbot der Online-Verschreibungen ein.

Fazit

Die Bundesregierung zieht die Notbremse bei Medizinalcannabis. Ärztepräsident Reinhardt fordert eine Rückkehr zur verschärften BtM-Kontrolle, die SPD bleibt vorsichtiger. Klar ist: Die Ära der digitalen Rezepte ohne persönlichen Kontakt neigt sich dem Ende zu.

Quellen

Quelle:
Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Interview mit Klaus Reinhardt, Juni 2025
Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums
Stellungnahme SPD-Fraktion im Bundestag


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